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ePA in der Schlaganfallnachsorge macht eine koordinierte Versorgung der Patienten möglich

Schlaganfallnachsorge: Wer heilen will, muss koordinieren

An der Nachsorge nach akutem Schlaganfall sind viele verschiedene Akteure beteiligt. Bessere Koordination tut not, aber erst mit elektronischer Vernetzung lässt sich das auch gut bewerkstelligen.

Wer einen Herzinfarkt erleidet und ihn überlebt, muss Medikamente nehmen. Er sollte sich sportlich betätigen und regelmäßig zum Kardiologen gehen. Bei einem Schlaganfall ist das komplizierter. Auch da sind Medikamente, körperliche Bewegung und Facharztbesuche eine gute Idee. Aber das ist längst nicht alles. Je nach Schweregrad müssen Physiotherapeuten, Logotherapeuten, Ergotherapeuten und Pflegedienste involviert sein. Auch Angehörige gilt es einzubinden. Schließlich will die Rehabilitation organisiert und, bei jüngeren Patienten, der Wiedereintritt ins Berufsleben geplant werden.

Schlaganfall-Lotsen: Wegweiser im Versorgungschaos

Eine Möglichkeit, die komplexe Versorgung von Patienten nach Schlaganfall besser zu organisieren, sind professionelle Fallmanager oder Case Manager, in Deutschland auch Schlaganfall-Lotsen genannt. Modellprojekte in vielen Ländern deuten darauf hin, dass ein Case Manager nicht nur die an der Schlaganfallnachsorge beteiligten Berufsgruppen entlasten kann. Er führt auch dazu, dass sich die Schlaganfallpatienten medizinisch besser entwickeln, und er wirkt sich günstig auf die psychische Situation von Patienten und ihren Angehörigen aus. (1)

Aus all diesen Gründen sollen Schlaganfall-Lotsen in Deutschland bald zum festen Bestandteil der Versorgung werden. Fördermittelgeber wie die Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe setzen sich dafür ein. So kommen Schlaganfall-Lotsen im Rahmen des Innovationsfondsprojekts STROKE OWL in Ostwestfalen-Lippe zum Einsatz – mit dem Ziel einer Übertragung in die Regelversorgung. (2) Auch im SOS-Care Projekt in Ostsachsen wurden mit Case Managern gute Erfahrungen gemacht – so gute, dass die dortige AOK PLUS die Kosten dafür schon heute übernimmt. (3)

Erst die Patientenakte macht die Sache rund

Case Management nach Schlaganfall funktioniert aber nicht von selbst. Voraussetzung ist, dass sowohl der Case Manager als auch die beteiligten Berufsgruppen Zugang zu allen relevanten Daten haben. Dafür gibt es elektronische Patienten- oder Fallakten, und deswegen setzen die allermeisten Nachsorgeprojekte beim Schlaganfall solche elektronischen Akten ein. Ohne eine elektronische Patientenakte ist es für Schlaganfall-Lotsen viel komplizierter, ihren schwierigen Job zu machen. Und für Arztpraxen, Pflegedienste und Rehabilitationseinrichtungen ist es viel umständlicher, die nötigen Daten und Dokumente zu beschaffen. Deswegen brauchen wir die digitale Gesundheitsgemeinschaft.

(1) Deutsche Ärzteblatt 2014; 111(3):A-76

(2) Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

(3) Pressemeldung AOK PLUS, 24. Oktober 2016

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Umfassende Patienteninformationen schaffen die Möglichkeit einer durchgängigen und koordinierten patientenzentrierten Versorgung entlang der Behandlungskette zum Vorteil aller Beteiligten. Wie Patienten, deren Angehörige sowie Ärzte, Pflege, Apotheke und Kostenträger von besserer Vernetzung profitieren können, erfahren Sie auf unseren Themenseiten.

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